Sunday, 23. September 2007

. Debre Zeyit

Was tut der moderne Großstädter am Wochenende? Richtig, er fährt raus aus der Stadt, am liebsten zum Wasser. So also auch wir an diesem Sonnabend.
Die Fahrt allein war schon aufregend und anstrengen. In einem engen Bus zuckelten wir zwei Stunden hinunter in die von Seen umgebene Stadt.

Debre-Zeyit

Wie auf dem Foto ersichtlich, ist es eine, im Vergleich zu Addis, ausgesprochen grüne, ruhige Stadt, mit Pferdekarren (gari) und vielen Vögeln. Im „Air Force Officers Club II“, dessen Gelände früher dem Sohn von Haile Selassie gehörte, aßen wir zu Mittag (Freitag und Mittwoch sind immer noch meine Lieblingstage, so gab es für mich nur Spagetti) und beobachteten Fische, Vögel und den See Hora.

Lake-Hora-

Dann gings mit dem Gari zum Lake Bishoftu Guda (Bishoftu ist der eigentliche Name der Stadt, aber das ist eine andere Geschichte). Dort gabs ein recreation center – so was sollte man mal am Wannsee einführen. Shisha rauchen oder Chat kauen mit Blick auf den See, das hat schon was. Haben wir aber nicht gemacht, stattdessen aber eine Bootstour mit einem Ruderboot. Für meine Schwiegereltern das erst Mal, meinen Sportbootführerschein Binnen hatte ich ihnen bis dahin verschwiegen.
Ruderer
Das Wasser war wirklich fantastisch! Die Seen sind in den Kratern ehemaliger Vulkane und sehr klar und fischreich. Das Nicht-Mitbringen meiner Badesachen habe ich sehr bedauert, vom Boot aus muss man ja auch keine Bilharziose fürchten (oder?). Die Ruhe und die wunderbare Natur habe ich sehr genossen. Ich hätte stundenlang am Wasser sitzen können. Nun ja, ich kann ja noch mal hinfahren...

Am heutigen Sonntag geht es mir irgendwie nicht so gut, ich bin schlecht gelaunt und müde. Ist aber sicherlich normal, bin ja nun bereits einen Monat hier. Mit der Forschung geht es, wie eigentlich erwartet, schleppend voran. Vermutlich ärgert mich dass. Gehört aber dazu. Mal sehen was die nächste Woche bringt. Ich muss mich mal entscheiden, in welche Gemeinde auf dem Land (hier auch als rural area bezeichnet) ich denn nun fahren will.

Friday, 21. September 2007

. Kuriositaeten des Alltags

Klodeckel

so sieht der Klodeckel in "meinem" kleinen aber feinen Bad aus. Suess, oder?

Wednesday, 19. September 2007

. Kleider machen Leute

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aber man erkennt mich dennoch - hier auf einer protestantischen Hochzeit, daher auch die westlich Kleidung des Bautpaares

aber ihr haettet mal die Torte sehen sollen: Neunstoeckig! War aber eine sehr kurze Veranstaltung, begleitet von zwei Video-Teams und nicht zaehlabren Fotografierenden (mich eingeschlossen)

. Millenniums - Feuer

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Tuesday, 18. September 2007

Sieben Jahre juenger

Sieben Jahre jünger

Ich werde zwar gern auf 30 geschätzt, sie wie heute von einem 19jährigen Journalismus Studenten, aber hier bin ich eigentlich erst 20, wir schreiben seit Mittwoch das Jahr 2000!
Viele Äthiopier glauben daher, ich sei eine der Milleniums-Touristen, von denen es angeblich so viele geben soll. Aber wie habe ich denn meine zweite Milleniums-Party verbracht? Tja, nicht viel rühmlicher als die erste, bloss mit weniger Gin und es war auch nicht ganz so kalt. Ein Feuer wurde dennoch angezündet, zusammen mit den Nachbarn vorm Haus. Das ist so Tradition, und eigentlich auch nur eine kleine Form der auf den großen Plätzen zu solchen Feierlichkeiten entzündeten Feuer. Dann kamen noch ein paar Kinder vorbei die ums Feuer tanzten (ja, das hört sich klischeehaft an, war aber so) und sangen.
Mit Unterbrechung durch einige (sonst eher seltene) Stromausfälle habe ich dann das äthiopische Fernsehprogramm geschaut: es gab Übertragungen von drei Feiern, die entweder unverschämt hohe Eintrittspreise oder einen irgendwie wichtigen Status gefordert haben. Und da ich weder das eine noch das andere zu bieten habe oder zu zahlen bereit bin, blieb ich dann zu Hause und sah die Black Eyed Peas und äthiopische Künstler deren Namen ich leider nicht kenne. Auch im Radio werden Titel und Interpret nämlich gern verschwiegen. Woher wissen denn die Leute dann was sie kaufen sollen? Aber vielleicht ist das auch der Grund, warum die Musik-verkaufenden Buden immer die gesamte Nachbarschaft beschallen: wenn dann das Lied gespielt wird dass man toll findet, kann man schnell hinhechten.
Am Dienstag wurde auch verkündet, dass der Rest der nun Feiertag sei. Gut zu wissen. Und weil am Mittwoch trotz des Feiertages ja ein Fastentag ist, hatten die sich seit Dienstag in der Stadt versammelnden Schafe (bäg) noch einen Tag Schohnfrist, bevor am Donnerstag dann statt der Schafe deren Fälle in der Stadt auf kleinen Haufen gesammelt wurden und die Hunde mit den Schafsköpfen spielten.
Mittwoch und Freitag habe ich zu meinen Lieblingstagen erklärt, da gibt es auch in der Uni veganes (!) Essen – an Fastentagen werden von orthodoxen Christen keinerlei tierische Produkte verzehrt. Aber zu all dem hat ja nun auch der Ramadan begonnen.

Von meiner Erkältung, Tropenkrankheit Nummer zwei, habe ich mich ganz gut erholt, auch wenn die Luft hier in Addis dank der vielen viel zu alten Dieselfahrzeuge nicht gerade ein Luftkurort ist.
Ich freue mich im Übrigen auch über Kommentare.

Thursday, 13. September 2007

. Mutter Teresa Gedenkfeier

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Monday, 10. September 2007

Sonntagsaktivitaeten

Letzten Sonntag waren wir also bei der Gedenkveranstaltung fuer Mutter Teresa – und das ging, sicherlich ihren Grundsaetzen entsprechend, sehr frueh los: der Gottesdienst war um halb 8 in der katholischen Kathedrale in der Innenstadt. Die Kirche ist fuer meinen Geschmack ein wenig kitschig, aber im Vergleich zu den aethiopisch orthodoxen Kirchen wohl noch recht schlicht.
Der Gottesdienst war sehr schoen, wenn auch sehr lang und die Kniebaenke sehr sehr hart. Es wurde gesungen, unter anderem von einem Kinderchor, wie man sich das so vorstellt. Die Jungs alle in niedlichen traditionellen Shirts und Hosen, die Maedchen mit Haarschmuck usw., ich habs auf Video aufgenommen.
Im Anschluss gab es in einer der Schulhallen der Kathedrale Fruehstueck fuer Alle. Zwar war ich nicht die einzige Weisse dort, und auch die hohen Kirchenvertreter assen, aber ich kam mir dennoch etwa seltsam vor von den Schwestern Essen anzunehmen.
Eine kleine Ausstellung zu Mutter Teresas Leben und Wirken gab es auch, wie hier so oft zweisprachig (Englisch und Amharisch), wobei ich mich frage, was mit den Aethiopiern ist, die kein Amharisch sprechen? Das mit dem ethno-Foederalismus ist gar nicht so leicht, und gerade in der Hauptstadt wuerde man ja erwarten, dass auch andere wichtige Sprachen wie Oromo (die gesamte Umgebung von Addis wird von dieser ethnischen Gruppe bewohnt) finden wuerde, aber Amharisch dominiert hier alles.
Weil noch Zeit bis zum Theaterstueck am Nachmittag war, sind wir in das Addis Ababa Museum gegangen – schon der Reisefuehrer preist es als eines der schmuddeligsten an. Es hat tatsaechlich den Charme eines alten Gutshauses das mit ein paar Erinnerungsstuecken und Fotos dekoriert wurde.
Die Waerter an der City Hall wollten mich erst nicht hereinlassen, obwohl ich bis heute nicht so recht weiss warum, schliesslich wurden meine Schwiegereltern ja auch rein gelassen. Sr. Benedikta stand aber auch an der Tuer und erkannt mich – sie hatte mich ja auch schon in der Kirche gesehen, und so viele blonde Frauen gibt’s hier dann doch nicht. Aber bei den Missionaries of Charity gibt es deutsche Volontarees, wenn ich mal Heimweh hab und deutsch sprechen will...
Bis dann das Stueck anfing verging noch so einige Zeit, in der Leute umgesetzt und wieder zurueck gesetzt wurden. Es folgten die obligatorischen Ansprachen, wie das bei so Gedenkfeiern halt ist. Zu Beginn gab es Musik und Tanz, der recht ballethaft war. Das gesamte Theaterstueck wurde von Kindern und Jugendlichen aus den 17 MC Haeusern in Aethiopien aufgefuehrt. Zwar war alles auf Amharisch, aber dennoch hab ich doch so einiges verstehen koennen: es ging vor allem um Mutter Teresa und ihre Arbeit bis zu ihrem Tod (das war sehr bewegend) und Prinzipien der Naechstenliebe und Verantwortung fuer unsere Naechsten. Insgesamt sehr „touching“, ich musste doch die eine oder andere Traene verdruecken, die Kinder haben das wirklich sehr gut gemacht, beeindruckend. Im Publikum sass ja leider nur ausgewaehltes Publikum: Vertreter von Kirchen, Politik und Hilforganisationen, Schwestern und Leute aus dem MC Haeusern. Wir waren da leider eher die Ausnahme – gerade die Aethiopier aus der (duennen) Mittelschicht sollten mehr darueber wissen und auch Verwantwortung fuer ihre Mitmenschen uebernehmen. Immerhin wurden hier schon einige Flyer die Sr. Benedikta uns gegeben hatte in der Nachbarschaft verteilt und stiessen auf Interesse und die Bereitschaft zu helfen.


(die Verbindung ist heute extrem langsam, Bilder werden nachgeliefert)

. Uni-campus Institut of Ethiopian Studies

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neid?

Ich beschwere mich zwar immer, wie kalt es doch hier ist, aber immerhin ist es warm genug um euch mal ein wenig neidisch zu machen (siehe die Palmen). Seit einer Woche verbringe ich nun meine Tage in dem ehemaligen Palast von Haile Selassie I, der seit den 60ern von der Universitaet genutzt wird (der Kaiser war derweil umgezogen und hatte das gesamte Gelaende der Uni ueberlassen). Hier befindet sich heute neben dem (sehenswerten, aber nicht mit Berlin zu vergleichenden) ethnologischen Museum das Institut of Ethiopian Studies und dessen Bibliothek. Und in diesem alten Gemaeur, das in den ehemaligen Gemaechern des Kaisers immerhin einen Kamin hat (und eine Ankleide die dreimal so gross ist (ungelogen!) wie mein Zimmer hier) ist es wirklich recht kalt. Die Angestellten dort (nicht vergessen, es ist das Institut of Ethiopian Studies, deshalb sollte man besser Amharisch sprechen wenn man dort kommunizieren moechte) tragen auch immer Winterkleidung mit dicken Schals usw. Ich fuer meinen Teil habe jetzt (trotz der Wollstulpen) eine Erkaeltung.


Das Raetsel mit dem Telefon in nun auch geklaert:

0025 1 911 43 88 95
Vom Ausland aus muss man halt noch eine 1 extra dazu waehlen. Sonst einfach, am Besten abends, 0025 111 646 40 72 versuchen, das ist die Festnetznummer.

Tuesday, 4. September 2007

. Debre Libanos

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Am Samstag habe ich (mit Askale) einen Ausflug gemacht, obwohl Ausflug das falsche Wort ist. Wir haben eine Beerdigung begleitet, die in einem der fuer aethiopische Christen wichtigsten staette stattfand. So habe ich mal die Chance bekommen, dem SMog in Addis zu entfliehen und etwas von der schoenen Landschaft zu sehen. Aber ich kam mir schon etwas seltsam vor, als wuerde ich die Trauer anderer Leute fuer meine touristischen Zwecke nutzen.

Ach ja, ich habe auch endlich mal die beruehmt (beruechtigten) Laeufer gesehen, die trainieren hier in den Entoto Bergen, auf mehr als 300 Metern Hoehe - die kann man ganz bequem von Addis zu Fuss erreichen.

Warum ruft mich eigentlich keiner an :-)
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Friday, 31. August 2007

Eine Woche Addis

Bilanz nach einer Woche:

- Bin ordentlich nass geworden
- habe die fuer mich wichtigen Institute an der Uni besucht, viel mehr aber auch nicht, denn es brauch ja eine Genehmigung fuer die Benutzung, und so was dauert ja bekanntlich
- heute zum ersten mal allein in der Nachbarschaft unterwegs, und ich lerne das Bezahlen im Minibus
- an das Wetter gewoehne ich mich, jedenfalls friere ich nicht mehr
- an die Bettler werde ich mich eher nicht gewoehnen
- Montag startet meine Lesezeit am Institut of Ethiopian Studies, 10 Tage fuer 15 Dollar, nun ja...
- zum Foto schiessen bin ich oft zu schuechtern oder hoeflich, ich werde mich aber bemuehen

Sonntag ist eine grosse Veranstaltung der Missionaries of Charity zum 10. Todestag von Mutter Teresa

Die Jule

juhuhu

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